Samstag, 4. September 2010
Das deutsche Krankenhauspersonal
Das ganze Land wurde vor einer Woche vom Tod dreier Babys an der Mainzer Uniklinik geschockt. Ein tragischer Unfall, für den ausnahmsweise kein Mitarbeiter die Verantwortung trägt. Heute Patient in einem deutschen Krankenhaus zu sein, heißt von überarbeitetem Personal am Fließband abgefertigt zu werden und das nicht ohne Risiko. Vergessene Operationsbestecke im menschlichen Körper und falsche Medikamentierung sind beinahe an der Tagesordnung und fordern jährlich Zehntausende Leben, von den vermeidbaren Infektionen wegen mangelnder Hygiene ganz zu schweigen.

Wem kann man die Schuld zuschreiben? Natürlich gehen Fehler letztendlich vom Personal aus, aber beim massiven Abbau von Krankenschwestern und Pflegern in den letzten 15 Jahren und der chronischen Überarbeitung der Ärzte muss man tödliche Unfälle einkalkulieren. Kein noch so intensives Studium der Medizin und keine Ausbildung können auf diese unzumutbaren Zustände vorbereiten.

Blicken wir also aufs System, welches Krankenhauspersonal unter unmenschlichen Druck setzt und sie viel zu oft mental destabilisiert, welches das Verhältnis von Ärzten zu Patienten in bedenkliche Tiefen treibt und Fehler mit beängstigender Gelassenheit in Kauf nimmt. Solange sich nichts Grundlegendes ändert, werden wir weiter mit Schreckensmeldungen über fälschlich amputierte Gliedmaßen, unnötig verabreichte Medikamente und natürlich dem Tod konfrontiert.

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